21.03.2007 | Rubrik: Anträge | Thema: Energie, Umwelt / Natur
Klimaoffensive für den Kreis Offenbach: hier: Vorrang für Klimaschutz im Kreis Offenbach / Maßnahmenpaket
Antrag zur Kreistagssitzung am 25. April 2007
Beschlussempfehlung:
Der Kreistag Offenbach engagiert sich für den Schutz des Klimas. Planungen und Maßnahmen im Kreis Offenbach werden künftig auf ihre Klimarelevanz überprüft. Klimaschädliche Maßnahmen werden vermieden.
Auf diesem Hintergrund wird der Kreisausschuss aufgefordert, folgende konkreten Schritte einzuleiten bzw. Prämissen in seinem Handeln zu berücksichtigen:
- Neubauten / Erweiterungsbauten werden grundsätzlich in Passivbauweise geplant.
- Bei Sanierungen wird eine um 30% bessere Energieeffizienz, als dies in der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (EnEV) vorgegeben ist, angestrebt. Entsprechende Nachverhandlungen mit den Partnerfirmen der Schulsanierung sind aufzunehmen.
- Für die kreiseigenen Gebäude wird ein Dachkataster erstellt mit dem Ziel, die Dachflächen für Bürgersolarkraftwerke zur Verfügung zu stellen.
- Der Kreisausschuss wirbt bei den Kommunen dafür, bei Neubaugebieten Passivbauweise und andere ökologisch sinnvolle Kriterien (z.B. Dachneigungen Richtung Süden) vorzuschreiben,
- Stellungnahmen zu Bebauungsplänen usw. des Kreises berücksichtigen grundsätzlich energieeffiziente Prämissen wie z.B. Dachneigungen, Energiegewinnung durch erneuerbare Energien, Richtwerte für Dämmschutz usw. im Rahmen der Möglichkeiten §1 (6) Zif. 7 BauGB.
- Beim Neukauf bzw. neuen Leasingverträgen werden ökologische Kriterien für Dienstwagen in den Vordergrund gestellt.
- Das Beschaffungswesen des Kreises wird im Sinne des Klimaschutzes überprüft und entsprechend optimiert.
- Im Kreishaus selbst sowie in anderen kreiseigenen Gebäuden werden alle Möglichkeiten zum Energiesparen (Stromverbrauch, Heizung) ausgeschöpft.
Begründung:
Für Maßnahmen im Sinne des Klimaschutzes ist kein zeitlicher Aufwand tolerierbar:
Führende Forschungen gehen davon aus, dass selbst mit einem weltweiten ambitionierten Handeln für Klimaschutz die Schäden nur noch abzumildern sind.
Für Deutschland werden die Kosten auf 800 Milliarden Euro geschätzt, die bis 2050 für Schäden, erhöhte Energiekosten und Schutzmaßnahmen aufzubringen sind.(DIW-Studie vom März 07). „Sollte keine nennenswerte Intensivierung des Klimaschutzes erreicht werden, können sich die durch Klimawandel insgesamt verursachten Kosten bis 2100 (in der Summe) auf fast 3000 Milliarden Euro belaufen. (...) Auch bei Verringerung der schädlichen Treibhausgase wie Kohlendioxid (CO2) sind als Folge von Dürren, Überschwemmungen und Stürmen Wachstumsverluste in Deutschland von durchschnittlich 0,5% zu erwarten.“ (DIW-Studie).
Auch im Kreis Offenbach muss klimaschützendes Handeln forciert werden. Mit den genannten 8 Punkten sollen die Weichen in diesem Sinne gestellt werden.
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