10.10.2007 | Rubrik: Anträge | Thema: Soziales
Gegen Kinderarmut im Kreis Offenbach
Antrag zur Kreistagssitzung am 31. Oktober 2007
Beschlussempfehlung:
- Der Kreistag Offenbach setzt sich gegen Kinderarmut ein.
- Ziel der Bemühungen gegen die Auswirkungen der Kinderarmut ist es u.a.
- dass in allen Betreuungseinrichtungen / Schulen Mittagessen angeboten wird,
- dass kein Kind aus finanziellen Gründen von einem regelhaft angebotenen Mittagessen in einer Betreuungseinrichtung / in der Schule ausgeschlossen wird,
- dass Kinder aus finanziell beengten familiären Verhältnissen aus einem Schulfonds die notwendigen Utensilien zum Schulstart erhalten,
- dass Kinder aus finanziell beengten familiären Verhältnissen auch an einem eintägigen Klassenausflug oder einer Klassenfahrt teilnehmen können,
- dass Kinder aus finanziell beengten familiären Verhältnissen am Vereinsleben teilnehmen können,
- dass Kinder aus finanziell beengten familiären Verhältnissen die notwendige kiefernorthopädische Behandlung bekommen.
- Der Kreisausschuss wird aufgefordert, dem zuständigen Fachausschuss ein Konzept vorzulegen, in dem die Instrumente dargestellt werden, die zur Erreichung der Ziele geeignet erscheinen.
Begründung:
Im Kreis Offenbach sind derzeit 8689 Kinder von Armut betroffen.
Neben vielen anderen Problemen, die Armut für Kinder mit sich bringt, ist es z.B. sehr schwierig, von den Leistungen des Arbeitslosengelds II die notwendigen Schulutensilien zu besorgen: 23,68 Euro stehen im Regelsatz für Schulkinder dafür monatlich zur Verfügung. Für die Ausstattung bei einer Einschulung müssen aber etwa 180 – 200 Euro aufgebracht werden.
Vielen Kindern bleibt die Teilnahme am gemeinsamen Mittagessen in der Schule aus Kostengründen verwehrt. Durch eine Teilnahme wäre sowohl eine gesunde Mahlzeit am Tag gesichert und die soziale Ausgrenzung verringert.
Mitgliedsbeiträge für Vereine oder die Vorlage für kiefernorthopädische Behandlungen sind weitere Beispiele und stellen die Bedarfsgemeinschaften nach ALG II genauso vor schwerwiegende finanzielle Probleme wie die Teilnahme am schulischen Mittagessen oder an Ausflügen und Klassenfahrten.
In vielen Gebietskörperschaften wurden bereits Sozialfonds (u.a. Göttingen, Oldenburg. Lübeck) gegründet oder einmalige Hilfen ausgezahlt (z.B. Aschaffenburg: 50,- Euro, München: 100,- Euro).
Bei allen angedachten Maßnahmen soll gewährleistet sein, dass die Hilfe die Kinder tatsächlich erreicht.
Verwandte Artikel:
24.01.2012 | Rubrik: Anfragen | Thema: Schule / Bildung, Soziales
13.01.2012 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales
Eklatanter Notstand ist absehbar Grüne fordern zeitnahe Konsequenzen gegen den Fachpersonalmangel bei der Kinderbetreuung
24.05.2011 | Rubrik: Anträge | Thema: Soziales
Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes für ALG II- und SozialgeldempfängerInnen
03.03.2011 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales
Kinderbetreuung:
Es hakt an allen Ecken und Enden Grüne warnen vor dem Kollaps in der Kinderbetreuung
25.05.2010 | Rubrik: Anträge | Thema: Soziales
Kindergartenbeiträge und Essenskosten
25.05.2010 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales
Kinderarmut im Kreis: Wenn Kindern der Magen knurrt und die Betreuung nicht ausreicht, können wir nicht zur Tagesordnung übergehen! Grüne wollen Mittagessen und Betreuung für Kinder aus armen Familien sicherstellen
28.04.2010 | Rubrik: Anfragen | Thema: Soziales
Finanzierung der Kinderbetreuung im Kreis Offenbach
13.04.2010 | Rubrik: Anträge | Thema: Soziales
UN-Kinderrechtskonvention
hier: Bericht zur aktuellen Lage nach Rücknahme der Vorbehaltserklärung
05.10.2009 | Rubrik: Anträge | Thema: Soziales
10.09.2009 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales
Notstand nicht länger ignorieren Grüne fordern Initiativen gegen Fachkräftemangel in Kindertagesstätten




