14.10.2008 | Rubrik: Anträge | Thema: Umwelt / Natur
Wasserqualität der Rodau
Berichtsantrag zur Kreistagssitzung am 5. November 2008
Beschlussempfehlung:
Da lt. Ergebnis des Hessischen Gewässergütemessprogramms das Wasser der Rodau in den letzten Jahren erhebliche Gütedefizite aufweist, wird der Kreisausschuss aufgefordert, bis zur Sitzung des Kreistages am 10. Dezember 2008 einen Bericht vorzulegen, der die Entwicklung der Wassergütequalität der Rodau / Bieber darstellt und mögliche Gegenmaßnahmen aufzeigt.
Neben der Darstellung der Zuständigkeiten soll der Bericht insbesondere auf folgende Fragen eingehen:
- Wie ist die aktuelle chemische Gewässergüte der Rodau zu bewerten?
- Liegen für die Rodau auch Untersuchungsergebnisse zur biologischen Gewässergüte vor und wie sind die Ergebnisse?
- Was wurde bereits bzw. wird getan, um die Gütedefizite zu verringern bzw. die Güteklasse zu verbessern?
- Welche Abwässer werden entlang der Rodau bzw. Bieber und Bieberbach durch wen bzw. durch welche Anlagen eingeleitet?
- Durch was ist die Belastung durch Bisphenol verursacht bzw. könnte sie verursacht sein? Durch welche Maßnahmen kann der Belastung entgegengewirkt werden? Wurden bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen?
- Durch was ist die hohe Belastung durch Arzneimittel-Wirkstoffe verursacht bzw. könnte sie verursacht sein? Durch welche Maßnahmen kann dieser Belastung entgegengewirkt werden? Wurden bereits entsprechende Maßnahmen ergriffen?
Begründung:
Seit 1998 wird die chemische Gewässergüte hessischer Fließgewässer regelmäßig an Messstellen des Hessischen Gewässergütemessprogramms (HGM) entsprechend den Vorgaben der Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) bewertet. Auch in Mühlheim, an der Mündungsstelle der Rodau in den Main, gibt es seit Jahren eine solche Messstelle.
Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie berichtet hierzu auf seiner Homepage zur chemischen Gewässergüte: „In den vergangenen Jahren zeigte die Rodau deutliche Gütedefizite (Güteklasse III – als Zielgröße angestrebt wird Güteklasse II).“
Weiterhin wurden im Bereich der Rodau hohe Messergebnisse bei der „Durchschnittskonzentration von 12 Arzneimittelwirkstoffen“ sowie dem Stoff Bisphenol festgestellt.
Hinsichtlich der Belastung von Bisphenol wurden mit > 0,05 Bisphenol µg/l für 2007 Werte der höchsten Belastungsstufe gemessen. Bisphenol A wird als Hauptbestandteil bei der Herstellung von Polycarbonat- Kunststoffen (z.B. für Compact Discs, Plastikschüsseln, Babyfläschchen) und Epoxydharzlacken (z.B. für Beschichtungen von Konservendosen und Folienverpackungen) verwendet. Es steht im Verdacht, krebserregend und erbgutschädigend zu sein.
Hinsichtlich der Belastungen durch Arzneimittel-Wirkstoffe wurden in der Rodau mit die höchsten Konzentrationen in Hessen gemessen. Im Bericht des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (Monitoring von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in hessischen Fließgewässern 2004-2007) werden als Summe der Durchschnittskonzentrationen von 12 Arzneimittelwirkstoffen Werte über 1,5 µg/l angegeben.
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