18.11.2008 | Rubrik: Anträge | Thema: Schule / Bildung, Soziales
Ausbau der Schulsozialarbeit
Antrag zur Kreistagssitzung am 10. Dezember 2008
Beschlussempfehlung:
Der Kreisausschuss wird aufgefordert, umgehend einen Bericht zum aktuellen Sachstand der Sozialarbeit an Schulen in Fortführung der Beantwortung zur Anfrage A 143 vom 16.1.08 vorzulegen.
Insbesondere soll der Bericht
- die Verplanung bzw. die Verausgabung der dafür im Wirtschaftsplan 08 bereitgestellten Mittel,
- den aktuellen Sachstand der Schulsozialarbeit sowohl hinsichtlich der vorhandenen Personalstellen als auch hinsichtlich der Konzeptionen inkl. der Trägerschaften,
- die weiteren konkreten Planungen hinsichtlich des Ausbaus der Schulsozialarbeit anhand der Ausführungen dazu im Bericht `Gegen Armut von Kindern im Kreis Offenbach´ vom November 2008,
- die weiteren konkreten Planungen hinsichtlich des Ausbaus an weiterführenden Schulen und Berufsschulen
darlegen.
Begründung:
Der Ausbau der Schulsozialarbeit gehört zu den drängenden sozialen Aufgaben im Kreis Offenbach und ist mit abwägender Priorität, aber prinzipiell in allen Schulformen und allen Orten des Kreises unverzichtbar.
Die Ausführungen des Berichtes des Kreisausschusses `Gegen die Armut von Kindern im Kreis Offenbach´ vom November 2008 bieten eine Zielorientierung für einen wichtigen Teilbereich, jedoch keine ausreichende Grundlage für einen umfassenden Handlungsrahmen.
Vgl. dazu S. 12/13:
„Jugendsozialarbeit für Hauptschülerinnen und Hauptschüler (Förderschulen L) am Lern- und Lebensort Schule
Die wachsenden strukturellen Herausforderungen für die kommunale Armutsbekämpfung insbesondere in den Feldern Schule, Arbeitsmarkt, Integration und familiäres Umfeld erfordern gezielte Handlungsprogramme, die besonders zeitnahe Entlastung erwarten lassen. Die Hauptschule und insbesondere ihre Abschlussphase sowie die Förderschule für Lernhilfe sind entsprechende Handlungsfelder insbesondere mit Blick auf durchschnittlich 200 Schulabgänge ohne Hauptschulabschluss pro Jahr im Kreisgebiet.
Die engen Zusammenhänge von bildungsfernen Aufwachsbedingungen junger Menschen, Schulversagen, Arbeitslosigkeit bis hin zu erzieherischem Hilfebedarf von Familien dürfen inzwischen als erkannt vorausgesetzt werden. Schulsozialarbeit ist daher ein strukturiertes Angebot der Jugendhilfe mit präventiven und kompensatorischen Ansätzen im Rahmen einer interdisziplinären, integrativ ausgerichteten und gleichberechtigten Kooperation von Schul- und Sozialpädagogik am Ort der Schule. Bildungs- und jugendhilfepolitische Ziele werden gleichermaßen unterstützt, wenn Schule als Lern- und Lebenswelt zu einem erwünschten Erfahrungsfeld insbesondere für Hauptschülerinnen und Hauptschüler (Förderschüler) entwickelt wird. Formale und nicht-formale Bildungsziele sowie Berufsübergangsziele werden durch die alltägliche, strukturierte Kooperation von Lehrkräften und Fachkräften der Sozialarbeit und durch eine enge institutionelle Kooperation von Jugendhilfe und Schule befördert. Die Schule als Ressource der jungen Menschen und des Gemeinwesens wird nachhaltig gestärkt. Neben der kontinuierlichen Klassenbetreuung sind Programmbausteine der Schulsozialarbeit und ihrer Kooperationspartner zur Unterstützung des Ausbildungsübergangs, aber beispielsweise auch zur gesunden Lebensführung, der Schulden- und Suchtprävention und anderer Felder sind wesentliche Leistungsbestandteile.
In diesem Sinne beabsichtigt der Kreis das vorliegende Konzept zum Ausbau der Schulsozialarbeit im Schwerpunkt Haupt- und Förderschule umzusetzen. Neben der Schulsozialarbeit für Hauptschülerinnen und Hauptschüler im Kreis Offenbach werden in diesen Ausbauschritt auch die fünf Förderschulen für Lernhilfe und der vorgesehene Schulversuch in Mühlheim und Obertshausen einbezogen.
Zur Umsetzung ist eine Ausstattung von einer Vollzeitstelle Schulsozialarbeit für 150 Schülerinnen und Schüler vorgesehen.
Für ein strukturiertes Vorgehen angesichts der heterogenen Projektelandschaft sollte der Kreis die weiterführenden Schulen mit besonderem Bedarf an Schulsozialarbeit gerade auch mit Blick auf den Berufsübergang in den Fokus nehmen, während die Kommunen auch weiterhin ihren Schwerpunkt auf den Grundschulbereich wegen seiner fachlichen Nähe zu den Kindertagesstätten legen sollten.“
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