26.05.2010 | Rubrik: Anträge | Thema: Verkehr
Clevercard
Antrag zur Kreistagssitzung am 30. Juni 2010
Beschlussempfehlung:
- Der Kreistag spricht sich grundsätzlich dafür aus, den Geltungsbereich der Clevercard für Schülerinnen, Schüler und Auszubildende so zu erweitern, dass diese mit der Jahreskarte auch an Samstagen und Sonntagen im gesamten RMV-Gebiet fahren können.
- Der Kreisausschuss wird aufgefordert, bei der Kreisverkehrsgesellschaft um entsprechende Unterstützung zu werben.
- Alle Kreistagsmitglieder, die gleichzeitig Vertreter in der Kreisverkehrsgesellschaft sind, werden gebeten, in den Gremien auf dieses Ziel hinzuarbeiten.
Als Zwischenschritt oder Feldversuch käme die Öffnung der Clevercard an Samstagen und Sonntagen zunächst im Kreisgebiet in Betracht.
Begründung:
Die Clevercard ist eine Jahreskarte des RMV für Auszubildende und Schülerinnen und Schüler der Gymnasialen Oberstufe. Sie gilt in der Woche für das bezahlte Tarifgebiet und in den Hessischen Schulferien darüber hinaus im gesamten RMV-Bereich. Sie ist vergleichsweise sehr teuer, wenn man bedenkt, dass Schülerinnen und Schüler bis zur Klasse 10 keinerlei Beförderungskosten bis zur nächstgelegenen Schule zu tragen haben und Studierenden mit dem Semesterticket ein absolut preisgünstiges Fahren im öffentlichen Nahverkehr ermöglicht wird. Für dieses viele Geld sollten wenigstens von der Angebotsseite alle Möglichkeiten eröffnet werden, die den Verkehrsträgern keine nennenswerten Mehrkosten bereiten. Das Verkehrsangebot bliebe das Gleiche, lediglich die Anzahl der Fahrgäste wird leicht zunehmen.
Es ist sicher absolut erstrebenswert, eine solche Regelung im gesamten Verbundgebiet anzuwenden. Als Zwischenlösungen oder als Feldversuch wäre aber auch für einen kurzen Zeitraum eine Regelung auf einzelne Kreise bezogen denkbar, also auch hier im Kreis Offenbach. Dann wäre der Vorteil für den Karteninhaber an den Wochenenden zwar deutlich geringer aber es könnte so zunächst einmal die Nachfrage getestet werden. Da vielerorts über eine mangelnde Auslastung der Wochenendverkehre im Busbereich und auf den Bahnnebenstrecken geklagt wird, könnte hiermit eine zusätzliche Nachfrage geschaffen werden.
Viele Schülerinnen, Schüler und Auszubildende steigen sofort nach erfolgreicher Führerscheinprüfung auf das Auto um. Darüber freut sich sicherlich die Automobilindustrie und der Treibstoffhandel, nicht jedoch die Umwelt. Mit einer kleinen Steigerung der Attraktivität des ÖPNV könnten sich hier sicherlich auch einige Kunden binden lassen. Dies würde unter dem Strich sogar zu Mehreinnahmen führen und den hoch gesteckten CO2-Zielen näher kommen.
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