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23.03.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Hainburg, Neu-Isenburg, Schule / Bildung

Johannes-Gutenberg-Schule / Hainburg, Brüder-Grimm-Schule / Neu-Isenburg

Mr. Hammerhart verkehrt – In der Schulpolitik schnappt die ideologische Falle zu!

„Argumente zählen offensichtlich nichts“, konstatiert Reimund Butz, Fraktionssprecher der grünen Kreistagfraktion, „stattdessen droht die ideologische Falle für die Förderstufe der Johannes-Gutenberg-Schule in Hainburg zuzuschnappen.“

Laut derzeitiger Erlasslage will die Hessische Kultusministerin die Förderstufe an der Johannes-Gutenberg-Schule und den Gymnasialzweig an der Brüder-Grimm-Schule schließen trotzdem die Schülerzahlen die Richtwerte weit übertreffen. Die grüne Kreistagsfraktion hatte am 7.3.06 in einem Offenen Brief an Landrat Peter Walter appelliert, eine Klage gegen das Hessische Kultusministerium gegen diese Absichten zu prüfen. Vorbild dazu ist die Stadt Wiesbaden, die mit diesem Schritt immerhin einen Teilerfolg erringen konnte: für die dort betroffenen Schulen hat man sich mit dem Ministerium darauf verständigt, an beiden Schulen weitere Aufnahmeanträge zuzulassen. Der Stadt Wiesbaden wurde damit die Möglichkeit eingeräumt, in einer Fortschreibung ihres Schulentwicklungsplanes diesen Bereich zu überarbeiten.

Die nunmehr vorliegende Antwort des Landrates kommt zu dem Schluss, dass eine Klage für die beiden Schulen im Kreisgebiet ohne Aussicht auf Erfolg sei, obwohl die Sachlage genau der Wiesbadener Schulsituation entspricht.

„Diese Schlussfolgerung entbehrt jeder Logik und ist nur damit zu erklären, dass die Willfährigkeit gegenüber dem Ministerium und die schulideologischen Barrieren im Kopf über stichhaltige Argumente gestellt werden“, so Reimund Butz und kritisiert dazu, dass die Solidarität mit der Brüder-Grimm-Schule nach der Verabschiedung einer Resolution endet, „Chancen werden leichtfertig vertan.“

Im Falle der Johannes-Gutenberg-Schule begründet das Hessische Kultusministerium seine Entscheidung zum einen damit, dass die Schülerschaft der Förderstufe überwiegend nicht aus Hainburg selbst kommt: „(...) so dass die Schule aus ihrem unmittelbaren Einzugsbereich keine Förderstufe organisieren kann.“ (Schreiben des Landrats vom 22.3.06) und zum anderen damit, „(dass) es in zumutbarer Entfernung in der benachbarten Stadt Hanau z.B. mit der Lindenauschule ein vergleichbares Angebot gibt“ (Schreiben des HKM an den Schulelternbeirat v. 20.3.06).
Beide Argumentationsversuche halten die Grünen für absurd. „Weiterführende Schulen in kleineren Kommunen rekrutieren ihre Schülerschaft selbstverständlich immer aus mehreren Orten und unter einem zumutbaren Schulweg verstehen wir etwas anderes als den Weg von Mainhausen nach Großauheim!“, erklärt Reimund Butz, „Man will mit der Förderstufenschülerschaft auf-Teufel-komm-raus Hauptschulklassen füllen, die sonst aufgrund fehlender Anmeldungen zur Disposition stünden! Da diese Hauptschulklassen aber erst aufgrund der CDU-Schulpolitik mit der Zerschlagung der kooperativen Gesamtschule entstanden, darf das aus Sicht der CDU nicht passieren. Förderstufen wird per se der Erfolg abgesprochen!“

„Separation um jeden Preis heißt die Devise der CDU von Land über Schulamt und Kreis“, so Reimund Butz abschließend, „dass mit gemeinsamen Lernen Bildungschancen verbessert werden wird gnadenlos ignoriert. Wider besseres Wissen werden Förderstufen schlecht geredet, um sie dann zu schließen. Ziel müsste aber viel mehr sein, die Fahrtrichtung zu ändern: Gemeinsames Lernen fördern und ausbauen!“


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