07.12.2006 | Rubrik: Presse | Thema: Verkehr
Drastische Fahrpreiserhöhungen für schlechteres Angebot
Große Koalition kürzt – Fahrgäste zahlen die Zeche
„Einmal mehr greift die große Koalition in Berlin den Bürgerinnen und Bürgern in die Tasche“, kommentiert Hans-Peter Bicherl, verkehrspolitischer Sprecher der grünen Kreistagsfraktion die am Wochenende in Kraft tretenden Fahrpreiserhöhungen bei Bussen und Bahnen – auch im Kreis Offenbach: „Durchschnittlich steigen die Ticketpreise um knapp 6% und das Angebot wird dünner. Statt die umweltverträgliche Alternative zum Auto attraktiver zu machen, gehen CDU und SPD in die falsche Richtung. So werden sich die vom Autoverkehr verursachten Klima-, Abgas- und Lärmbelastungen nicht reduzieren lassen!“
Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember muss auch der Rhein-Main-Verkehrsverbund / RMV) die Fahrpreise erhöhen und das Angebot einschränken aufgrund gesunkener finanzieller Unterstützung aus Berlin. So steigt im RMV-Gebiet beispielsweise der Preis für die Einzelfahrkarte für die Kurzstrecke von 1,05 Euro auf 1,40 Euro, für eine Monatskarte in der Preisstufe 6 von 167,40 Euro auf 177,- Euro, für die Jahreskarte gleicher Stufe von 1674,- Euro auf 1770,- Euro. Wenigen Optimierungen stehen deutliche Streichungen von Verbindungen gegenüber – etwa jede 2. Verbindung der Dreieichbahn am Samstag – oder Kürzungen der Strecken gegenüber – etwa die Verschiebung des Endhaltepunktes der Regionalbahn aus Hanau vom Hauptbahnhof auf Frankfurt-Süd. Aufgrund sinkender Subventionen müssen auch örtliche Verkehrsbetriebe Verkehre einschränken: z.B. in Dreieich die Strecke Sprendlingen - Offenbach komplett oder eingeschränkt die Verbindung Offenthal - Flughafen.
Hintergrund für die Verschlechterungen ist der Beschluss der großen Koalition in Berlin, die Bundesmittel für den Öffentlichen Personennahverkehr zu kürzen. „Leider hat die hessische Landesregierung in dieser Frage eine unrühmliche Rolle gespielt. Sie hat diesen Kürzungen nicht nur im Bundesrat zugestimmt – es war der hessische Ministerpräsident selbst, der die Kürzungen vorgeschlagen hat!“ erläutert dazu Hans-Peter Bicherl, „alle Anträge der Grünen, die Kürzungen abzufangen, wurden abgelehnt.“
„Angesichts des Klimawandels gilt es, gerade auch den ÖPNV zu optimieren und attraktiver zu machen! Das werden sicher auch die Klimaberater sagen, die Angela Merkel jüngst ernannt hat!“ so Hans-Peter Bicherl abschließend, „mediengerecht Berater zu ernennen nutzt wenig, wenn Beschlüsse den Rat konterkarieren!“
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