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23.01.2007 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur

Blaue Dächer für den Kreis Offenbach

Grüne fordern klimapolitische Offensive im Kreis Offenbach

Eine klimapolitische Offensive für den Kreis Offenbach fordern die Grünen im Kreistag. Eine Klimakommission soll die Grundlagen dafür erarbeiten. Mit einem Antrag zur Kreistagssitzung am 14. Februar 2007 will die Kreistagsfraktion den Grundstein für die Kommission legen.

„Außergewöhnliche Wetterereignisse wie Extremniederschläge, Überschwemmungen oder Dürreperioden erreichen von Jahr zu Jahr neue Höhepunkte, Orkane schlagen Schneisen der Verwüstung, der Winter fällt aus, Küsten sind extrem gefährdet, das Artenspektrum in Flora und Fauna verändert sich, der frühere Chefökonom der Weltbank warnt im Zusammenhang mit der globalen Erwärmung vor einer um 20% sinkenden Wirtschaftskraft – aber im Kreis Offenbach verharrt man stur im ´Weiter so´ – gerade so, als ob uns das alles nichts anginge“, betont Robert Müller, energiepolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion, „sämtliche Initiativen unsererseits für die effiziente Nutzung von Energie oder für erneuerbare Energien sind in den vergangenen Jahren auf eine großkoalitionäre Ablehnungsfront gestoßen und wurden trotzig mit dem falschen Argument `ist nicht wirtschaftlich´ von der Umweltdezernentin abgewehrt. So kann und darf es nicht weitergehen!“

Mit wissenschaftlichem und sachverständigem Rat soll nach dem Willen der Grünen die Klimakommission einen Handlungsplan für den Kreis Offenbach erarbeiten. Schwerpunkte sollen dabei vorbildliche Pilotprojekte an kreiseigenen Einrichtung als Impulsverstärker ebenso sein wie die Förderung von Pilotprojekten (z.B. für die Nutzung von Biomasse), die Entwicklung eines Beratungskonzeptes für Bauwillige in Kooperation mit der Handwerkerschaft und eine Konzeption für die Öffentlichkeitsarbeit für diesen Bereich.

„Öffentlichkeitswirksam könnte der Kreis beispielsweise das ´Stadt und Land – Hand in Hand´ - Großereignis mit dem Schwerpunkt Klimaschutz durchführen“, regt Robert Müller dazu an, „Man könnte zusammen mit der Landwirtschaft ein Pilotprojekt für Stromgewinnung aus Biomasse auf den Weg bringen und Schul- und Turnhallendächer konsequent für Kollektoranlagen nutzen. Dass der Neubau des Hauses des lebenslangen Lernens in Dreieich dazu nicht genutzt werden soll, halten wir nach wie vor für einen klimapolitischen Sündenfall!“
Gerade jüngst hat die Kultusministerin angeregt, die Steigerung von Energie- und Ressourceneffizienz als entscheidende Voraussetzung für globale Zukunftsfähigkeit in die Schulausbildung einzubeziehen. „Der Kreis könnte als Schulträger diese Forderung praktisch unterstützen“, betont Robert Müller, „die Schulen könnten mit Initialzünder sein.“

Die Konzeptstudie für Zukunftsenergie in Hessen – erstellt im Auftrag der Grünen im hessischen Landtag – geht davon aus, dass bis zum Jahr 2028 der Strombedarf in Hessen komplett aus erneuerbaren Energien gedeckt werden kann. Neben der Einsparung von Energie, die ohne Komfortverzicht möglich ist, müsste dazu die Energieerzeugung aus Biomasse um 9,16%, aus Fotovoltaik um 24,19% und aus Wind um 15,02% gesteigert werden.
„Das ist machbar, wenn alle Entscheidungsträger ihren Beitrag leisten“, unterstreicht Robert Müller, „´Geht nicht gibt’s nicht´ muss ab sofort das Motto für Klimapolitik im Kreis Offenbach sein – die energiepolitische Steinzeit muss beendet werden!“


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