16.05.2007 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung
Zum Tag des Ausbildungsplatzes am 21. Mai 2007: Ausbildung ist Zukunft
Grüne fordern Stopp für sukzessiven Ausbildungsabbau in der Kreisverwaltung
Während die Bundesagentur für Arbeit am 21. Mai bundesweit für mehr Ausbildungsplätze wirbt, hängt über dem Fachkräftenachwuchs in der Kreisverwaltung nach wie vor das Damoklesschwert des sukzessiven Abbaus.
„Statt mit gutem Beispiel voranzugehen und Zukunftsorientierung zu proklamieren, steht Ausbildung beim Kreis auf der Einsparliste!“, betont dazu Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, bildungspolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion, „Für junge Leute brauchen wir gute Ausbildungsplätze genauso wie gute Schulen!“
„Die Zahl der Ausbildungsplätze wird sukzessive abgebaut (...)“ wurde im Haushaltskonsolidierungsprogramm 2006 – 2009 erstmals als Einsparprogrammpunkt schriftlich dargelegt. Während im Jahr 2002 noch insgesamt 40 Auszubildende beim Kreis in allen Sparten und Jahrgängen beschäftigt wurden, sind es im Jahr 2007 noch 24. Voraussichtlich sollen im Herbst 2007 insgesamt 8 junge Leute ihre Ausbildung als Verwaltungsfachangestellte starten. Für den Ausbildungsgang `Fachangestellte für Bürokommunikation´ wird niemand mehr eingestellt – damit hat kein Hauptschulabsolvent mehr die geringste Chance auf eine Ausbildung in der Verwaltung.
Mit der Begründung, über eine relativ junge Beamtenschaft zu verfügen, wurde bereits der Ausbildungsgang für InspektoranwärterInnen gestrichen. Einer Streichaktion fiel ebenso die eigenständige Abteilung für Aus-, Fort- und Weiterbildung zum Opfer. Nur unzureichend werden die Streichungen in der Verwaltung durch Stellen in Unternehmen mit Kreisbeteiligung kompensiert.
„Die Einstellung Berufsfremder in der Kreisverwaltung, die mühsam und teuer nachgeschult werden müssen, ist auch eine Folge von mangelnder Nachwuchsförderung“, erläutert Dr. Klaus-Uwe Gerhardt ein aktuelles Problem, das sich zudem durch eine hohe Fluktuation potenziert und nennt dazu die Einstellung von Juristen für die Bearbeitung von Hartz-Angelegenheiten als Beispiel.
Bundesministerien, Bundesagentur für Arbeit und Arbeitgeberverbände appellieren zum Tag der Ausbildung: „Schaffen sie neue Ausbildungsplätze! Bilden Sie möglichst auch über den eigenen Bedarf hinaus aus!“ (Pressemitteilung der Bundesagentur vom 14.5.07)
„In finanziell schwierigen Zeiten ist es nicht zu verantworten, weit über den voraussichtlichen Bedarf der Kreisverwaltung hinaus auszubilden, so dass ab 2005 die Zahl der Ausbildungsplätze insgesamt abgesenkt werden musste.“ (Schreiben der für Personal zuständigen 1. KBG Claudia Jäger v. 9.8.06)
„Wir unterstützen den Appell der Bundesagentur und hoffen, dass endlich eine Umkehr im Denken der Kreisspitze einkehrt!“ so Dr. Klaus-Uwe Gerhardt abschließend, „Junge Leute brauchen Chancen und die Verwaltung von Gebietskörperschaften wird immer Fachkräfte brauchen!“
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