30.04.2008 | Rubrik: Presse | Thema: Rodgau, Schule / Bildung
Wurden bei Sanierungsarbeiten Sicherheitsregeln missachtet?
Claus-von-Stauffenberg-Schule, Rodgau: Grüne wollen umfassende Aufklärung
Aufgeschreckt von einem Hinweis aus der Schulgemeinde wollen die Grünen im Kreistag Offenbach vom Kreisausschuss wissen, ob tatsächlich bei den Sanierungsarbeiten an der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Rodgau Asbest ohne ausreichende Schutzmaßnahmen entfernt worden ist.
„Wenn es wirklich wahr sein sollte, dass das von Hochtief beauftragte Subunternehmen die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen nicht umfänglich getroffen hat und die Schule auch überhaupt nicht informiert war, sondern erst aufgrund der Schutzanzüge von Arbeitern aufmerksam wurde, ist das skandalös und ein lautloser Übergang zur Tagesordnung ausgeschlossen!“, so Andrea Wacker-Hempel, Mitglied der Fraktion im Schulausschuss, „Schließlich können schon bei geringer Belastung durch freigesetzte Asbestfasern Lungenfunktionseinschränkungen die Folge sein und das Lungenkrebsrisiko steigen. Deswegen gelten bei Sanierungsarbeiten mit Asbest strengste Sicherheitsregeln, die in der `Technischen Regel für Gefahrstoffe 519´ vorgegeben sind. Die Sanierungsbaustelle muss z.B. staubdicht von der Umgebung abgeschottet werden und die Arbeitsbereiche dürfen nur über Schleusensysteme betreten werden.“
„Nach den Informationen, die uns jüngst erreichten, wurde im Sommer 2007 ein Gutachten erstellt, aus dem hervorgeht, dass ehemals Asbest in der Außenfassade und in Innenräumen verbaut wurde. Darüber wurde die Schule aber erst vor wenigen Tagen auf eigene Initiative hin informiert und in einem in der Schule kürzlich erfolgten Gespräch soll festgelegt worden sein, dass weitere Asbestentfernung nicht während der Unterrichtsstunden vorgenommen sowie eine Luftuntersuchung beauftragt werden soll“, führt Andrea Wacker-Hempel aus.
„Asbestsanierungen sind kostenintensiv“, so Andrea Wacker-Hempel weiter und erinnert dabei z.B. an die aufwendige und damit teure Asbestsanierung der Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark, „Es gibt aber keine Alternative dazu, die Bausünden der Vergangenheit, in der Asbest als „Wunderfaser“ reichlich verwendet worden ist, zu entfernen. Dabei muss selbstverständlich im Sinne der Schülerinnen und Schüler und des Personals mit großer Sorgfalt gearbeitet werden und möglicherweise auch ins Auge gefasst werden, Unterricht zu verlagern.“
Die Grünen erwarten, dass der Kreisausschuss anlässlich der eingereichten parlamentarischen Anfrage nun umfänglich und zeitnah aufklärt.
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