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31.07.2008 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur

Verbrauchermacht für Klimaschutz nutzen

Grüne werben für FSC-Zertifikat

Ein Informationsbesuch bei der Neu-Isenburger Firma Mt Druck hat die Kreistagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen in ihrer Werbung für die Zertifizierung nach FSC (Forest Stewardship Council) nachdrücklich bestätigt. „FSC-Zertifizierung muss endlich zur Selbstverständlichkeit werden“, unterstreicht Werner Kremeier, Mitglied im Umweltausschuss und verbraucherpolitischer Sprecher der Fraktion: „Dazu kann jede und jeder einen Beitrag leisten und bei der Kaufentscheidung mit der Wahl von FSC-zertifizierten Produkten ökologische und soziale Verantwortung wahrnehmen. Klimaschutz wird mit dem FSC-Siegel für eine verantwortungsvolle Waldwirtschaft ebenso gefördert wie Armutsbekämpfung und gute Arbeitsbedingungen. Vom Bleistift bis zum Gartenhäuschen gibt es inzwischen mehr als 20.000 Produkte mit dem Zertifikat.“

Die gerade jüngst erfolgte FSC-Zertifizierung des mittelständischen Betriebes Mt Druck war der vorrangige Anlass des Informationsbesuches. Das Zertifikat überprüft die Produktkette für Holzprodukte vom Wald bis zum Endverbrauch. Dabei steht zum einen eine Forstwirtschaft ohne Kahlschlag, ohne Biozidverwendung und pro Artenvielfalt im Mittelpunkt, aber auch die Garantie umfassender Arbeitnehmerrechte sowie Weiterbildung und eine schonende Ressourcennutzung im Betrieb. Firmenchef Andreas Thiele erläuterte der Gruppe darüber hinaus, dass die Zertifizierer der 1993 in Kanada in Folge des Umweltgipfels von Rio gegründeten gemeinnützigen Organisation FSC ebenso z.B. auf die Folgen eines Waldeinschlags für indigene Völker achten oder die Chancen auf Bildung für Kinder. Im Druckereibereich seien bisher knapp 385 Betriebe zertifiziert. In Deutschland etwa 50.

Nachdrücklich wollen die Grünen darauf drängen, dass die Zertifizierung vom Wald bis zum Endprodukt vermehrt genutzt wird. „Dazu gehört die Umstellung auf die Bewirtschaftungsstandards des FSC für die hessischen Staatswälder genauso wie für die Kommunen als Waldbesitzer. Und dazu gehört auch, dass in den Schulen genauso wie in der Verwaltung das Beschaffungswesen entsprechend ausgerichtet wird“, führt Werner Kremeier dazu aus und kündigt im Kreistag eine entsprechende Initiative der Fraktion an: „Über die Nutzung von Recycling-Papier oder FSC-zertifiziertem Papier hinaus sollte der Kreis mit einer konsequenten Bevorzugung zertifizierter Produkte bei allen mit Holz in Verbindung stehenden Anschaffungen vom Druck bis zum Mobiliar Verbrauchermacht nutzen und Vorbild sein.“

Bisher wird im Kreis Offenbach ebenso wie vom Hessenforst noch von keiner einzigen Kommune eine ökologische Bewirtschaftung nach den FSC-Richtlinien des eigenen Waldbestandes betrieben. „Andernorts ist man da schon ein Stück weiter“, betont Hans-Peter Bicherl, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion, und nennt Wiesbaden, Groß-Zimmern, Dieburg, Bad Vilbel und Hofheim als einige Beispiele in Hessen, „Es darf doch keine Frage sein, hier vor Ort Standards zu befolgen, die man von Entwicklungs- und Schwellenländern erwartet!“


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