04.09.2008 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales, Verschiedenes
Fernsehsoap `Gnadenlos gerecht´: Zuständigkeiten ausgehebelt? Beschwerden übergangen?
Grüne fordern weitere Aufklärung
Weiteren dringenden Aufklärungsbedarf sieht die Kreistagsfraktion der Grünen anlässlich der Fernsehsoap `Gnadenlos gerecht´: „Es kann nicht sein, dass das Ermittlungsduo nach eigenem Gutdünken Hilfe gewährt oder verweigert – das ist ganz klar die Sache der Fallmangements bzw. der Leistungsgewährung im Haus. Ermittler könnten allenfalls Bericht erstatten“, betont Fraktionssprecher Reimund Butz, „Wir wollen wissen, ob das in den Sendungen falsch dargestellt wird oder ob das tatsächlich der Praxis im Kreis Offenbach entspricht.“
Falls sich herausstellen sollte, dass die gezeigten Fälle sich so ereignet haben, wäre das ein grober Verstoß gegen klare Zuständigkeiten.
„Die Darstellungen lassen zudem vermuten, dass die Betroffenen überrumpelt worden sind von dem Filmteam und möglicherweise nicht mit den Filmaufnahmen einverstanden waren“, führt Reimund Butz weiter aus, „Deswegen wollen wir Aufklärung darüber, ob dem Kreis Beschwerden von Betroffenen vorlagen und wie man damit umgegangen ist. Beschwerden wären alle mal Anlass genug gewesen, Einfluss auf den Sender geltend zu machen.“
In Frage stehen für die grüne Fraktion außerdem die Einsparsummen für den Kreis, mit denen in der Serie jongliert wird und die bisher durch nichts verifiziert wurden. „Wir wollen wissen, wie man zu der Behauptung von eingesparten 750.000 € p.a. kommt, zumal von den dargestellten „Ermittlungsfällen“ aufgrund der dümmlichen und stümperhaften Vorgehensweise kein einziger vor Gericht Bestand haben dürfte“, so Reimund Butz weiter, der auch wissen will: „Was kostet den Kreis das Duo inklusive Spesen?“ Aus den Haushaltszahlen ist das zumindest nicht ablesbar.
„Eine eindeutige und klare Distanzierung des Landrats von diesem Sendeformat wäre notwendig gewesen“, unterstreicht Reimund Butz abschließend, „die gewählten schalen Worte haben eher die Annahme verstärkt, dass ihm das Halali auf Hartz IV-Empfänger im Format einer populistischen und peinlichen Pseudoinformation durchaus nicht ungelegen ist.“
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