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09.10.2008 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur

Das Menschheitsziel Biodiversität bleibt im Kreis Offenbach eine Vision

Grüne werfen der großen Koalition resistente Trotzhaltung gegen Naturschutz vor

Erneut konstatiert die grüne Kreistagsfraktion nach der letzten Kreistagssitzung am 1. Oktober 2008, dass bei CDU und SPD im Kreis Offenbach Artenvielfalt und Flächenschutz keinerlei Bedeutung beigemessen wird.
„Entgegen aller Warnungen der diesjährigen UN-Konferenz zur Biodiversität in Bonn, entgegen aller Mahnungen von Experten und dem Rat des Leiters der Kampagne Biodiversitätsregion Frankfurt RheinMain bleibt die Koalition bei einer resistenten Trotzhaltung“, bilanziert Werner Kremeier, Mitglied der Fraktion im Umweltausschuss, „Das Menschheitsziel Artenvielfalt ist ein Thema, das die Koalition nur mit spitzen Fingern anfasst!“

Hintergrund für die Aussage ist ein Antrag der Grünen, der Grundlage für die Vernetzung bestehender geschützter Flächen werden sollte. „Ein Verbundsystem der Flächen ist Voraussetzung dafür, dass Laubfrosch, Kiebitz oder Feuersalamander eine echte Überlebenschance haben“, betont Werner Kremeier dazu, „Ohne Netz gibt es auf Dauer für viele Arten keine Arterhaltung!“

Die Koalition erklärt dieses Ziel für überflüssig und will die Anstrengungen des Kreises zu diesem Thema bei der Zusammenarbeit mit dem Netzwerk Bio-Frankfurt belassen, was sie mit einem Änderungsantrag in der Kreistagssitzung am 1. Oktober 08 durchsetzte.
„Natürlich ist die Werbung für Biodiversität, die sich die Kampagne auf die Fahne geschrieben hat, sinnvoll und nützlich“, so Werner Kremeier dazu, „Aber wie will man glaubhaft für Artenvielfalt werben und gleichzeitig durch Verhinderung einer Biotopvernetzung am Ast der Artenvielfalt sägen?“

Ca. 35% der Tierarten und 72% der Biotope sind heute in Deutschland gefährdet. Allein in Hessen umfasst der tägliche Flächenverbrauch – eines der gravierendsten Probleme – etwa 10 Fußballfelder. Im Kreis Offenbach sind von einer Gesamtfläche von 35.625 ha etwa 1.555 ha Natur geschützt. Die Luderbachauen und die Hegbachauen im Westkreis gehören mit 307 ha bzw. 150 ha zu den größten Schutzgebieten.

Bereits vor ca. 10 Jahren hatten Naturschützer Vorschläge für kleinere Schutzgebiete erarbeitet, die der Kreis laut Naturschutzgesetz in eigener sachlicher Zuständigkeit ausweisen könnte. „Diese Vorschläge schlummern in der Schublade der Umweltdezernentin und passiert ist nichts“, kritisieren die Grünen, die auf dieser Grundlage den Einstieg in ein Vernetzungssystem forcieren wollen, „Artenschutz und Klimaschutz gehören zu den großen Herausforderungen. Politik muss auf allen Ebenen die entscheidenden Weichen stellen und darf das Thema nicht auf die lange Bank schieben: Der Verlust biologischer Vielfalt ist unwiederbringlich!“


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