23.09.2009 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung
Strothoff International School (SIS)
Grüne sehen dringenden Aufklärungsbedarf
„Dringenden Aufklärungsbedarf“ meldet die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zur Situation um die Strothoff International School in Dreieich an und hat dazu einen Dringlichkeitsantrag für die Kreistagssitzung am 23.9.09 vorgelegt.
Hintergrund ist die Meldung in der FR vom 22.9.09, nach der die meisten der derzeit 99 Schülerinnen und Schüler die Schule illegal besuchen würden, da die notwendigen Ausnahmegenehmigungen fehlten.
„Sowohl der Kreis als auch die Kultusministerin sind aufgefordert, hier schnellstens Klarheit zu schaffen“ unterstreicht Dr. Klaus-Uwe Gerhardt, schulpolitischer Sprecher der Kreistagsfraktion und Direktkandidat für den Bundestag, „Im Sinne der Kinder und ihrer Eltern, im Sinne des Kreises als Standort und auch im Sinne anderer Schulen in freier Trägerschaft.“
„Offensichtlich haben hier mehrere Mitwirkende ihre Hausaufgaben nicht gemacht“, konstatiert Dr. Klaus-Uwe Gerhardt und wundert sich: „Schließlich ist die Schule nicht im Geheimen entstanden und bei vielen feierlichen Anlässen von Landesregierung und insbesondere der Kultusministerin mit Lobeshymnen geradezu übergossen worden. Aber über die Festreden hinaus hat man sich wohl nicht ausreichend mit dem Projekt beschäftigt.“
Darüber hinaus wollen die Grünen wissen, wie es nun um Stipendien für die kostspielige Schule bestellt ist, die der Betreiber lt. Aussage (Antwort des Kreisausschusses vom 27.7.09) des Kreisausschusses möglichst zahlreich vergeben möchte.
„Von 14.800€ für den Kindergarten bis zu 18.800€ für die Oberstufe zuzüglich Einschreibegebühr zuzüglich Rückmeldegebühr zuzüglich Schulentwicklungsgebühr zuzüglich Verpflegung, Schulkleidung, Transport, Studienfahrten und Schulmaterial wird verlangt“, listet Dr. Klaus-Uwe Gerhardt auf, „Summen, die das vollziehen, was das Grundgesetz ausschließen will, wenn es in Artikel 7 die soziale Segregation untersagt, d.h. die Trennung von Schülerinnen und Schülern aus wirtschaftlichen Gründen verbietet!“
Dieses so genannte Sonderungsverbot ist nach Ansicht der Grünen nicht einfach auszuhebeln, auch wenn die Schule als Ergänzungs- und nicht als Ersatzschule zugelassen werden will.
„Wir werden das Projekt kritisch begleiten“, kündigt Dr. Klaus-Uwe Gerhardt an und betont:
„Feine Rahmenbedingungen und kleine Klassen wie sie an dieser Privatschule geboten werden, wollen wir für alle Kinder.“
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