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21.01.2010 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung

Wenn die hessische Landesregierung ihrer Verantwortung nicht gerecht wird, muss der Kreis neue Wege gehen!

Grüne wollen Kooperation mit freien Trägern für Ganztagsangebote an Schulen

Mit einem Antrag für die Beratungen des Wirtschaftsplanes in der Kreistagssitzung am 10. Februar 2010 wollen die Grünen neuen Schub für Ganztagsangebote erreichen.

„Eltern und Schulen brauchen Verlässlichkeit für gute ganztägige Angebote“, erklärt Andrea Wacker-Hempel, familienpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen und Mitglied im Schulausschuss, zu der Initiative der Fraktion für den Kreis Offenbach, „Weil mit der hessischen Landesregierung absehbar kein Verlass für den Ausbau von Ganztagsangeboten an Schulen zu erwarten ist, müssen wir neue Wege gehen. Es kann nicht sein, dass weitere Generationen von Schulkindern ihre Schullaufbahn beginnen ohne ein dauerhaft verlässliches Angebot und damit auch ohne optimale Bildungschancen.“

Nur 37,3% der Grundschulkinder können derzeit im Kreis Offenbach auf einen Platz in einem der Mittags- oder Ganztagsangebote hoffen, die ganz überwiegend im Kreis Offenbach von Fördervereinen der Eltern organisiert und betrieben werden.

„Das war als zeitlich begrenzte Übergangsregelung hinnehmbar, aber als Dauerzustand ist es eine Zumutung für die in den Fördervereinen Engagierten“, betont dazu Andrea Wacker-Hempel, „Personalverantwortung, persönliche Haftung für hohe Geldbeträge, die wichtige Kooperation mit Sport- und Musikvereinen, die Organisation der Mittagstische, die Organisation von Hausaufgabenhilfe – das alles ist mit einer ehrenamtlichen Struktur auf Dauer nicht zu leisten! Und an einer zunehmenden Zahl von Schulen finden sich überhaupt keine Eltern mehr, die bereit und in der Lage sind, neben ihrem beruflichen und familiären Alltag in diese Bresche zu springen.“

Deswegen wollen die Grünen die Professionalität von freien Trägern für die Organisation der Angebote nutzen. „Mit dem Einstieg der freien Träger wären Eltern entlastet und Verlässlichkeit und Beständigkeit für alle gewährleistet“, argumentiert Andrea Wacker-Hempel, die nicht bezweifelt, dass freie Träger für diese Aufgabe gewonnen werden können. Die vertraglich zu regelnde Finanzierung der freien Träger für die Pilotphase soll der Kreis übernehmen.

Den Ist- Zustand fasst der Bericht des Kreisausschusses „Betreuungs- und Ganztagsangebote an den Schulen des Landkreises Offenbach“ vom 14.10.2009 so zusammen: „Sowohl die Kommunen als auch der Kreis stehen vor einer nicht mehr steuerbaren Situation.“

„Würde unser Antrag angenommen, würde sich die Situation an vielen Schulen deutlich entschärfen“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, „Eine perfekte Rundum-Lösung kann er nicht sein, so lange eine Landesregierung Kreise und Kommunen finanziell im Regen stehen lässt.“


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