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20.05.2010 | Rubrik: Presse | Thema: Schule / Bildung

Verkürzte Schulzeit:
Auch im Kreis Offenbach gibt es einen deutlichen Trend pro G9!

Andrea Wacker-Hempel
Andrea Wacker-Hempel
Foto: Uta Mosler
Die Antwort des Kreisausschusses auf eine Anfrage der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen zu der Situation an den weiterführenden Schulen im Kreisgebiet für das Schuljahr 2010/2011 unterstreicht, dass ausschließlich die Anmeldungen an Gesamtschulen ohne verkürzte Schulzeit die Erwartungen deutlich überschreiten.

„Eine wachsende Zahl von Eltern will nicht zusammen mit ihren Kindern unter G 8 leiden“, so das Resümee von Andrea Wacker-Hempel, Mitglied der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Schul- und im Sozialausschuss, „Auch im Kreis Offenbach gibt es eine Abstimmung mit den Füßen gegen G8!“

Sowohl für die Weibelfeldschule in Dreieich und die Oswald-von-Nell-Breuning-Schule in Rödermark als auch für die Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen liegen die Anmeldezahlen für die Jahrgangsstufe 5 über der Kapazitätsgrenze. Für die Ernst-Reuter-Schule in Dietzenbach sind mittelfristig Kapazitätsengpässe zu erwarten.

Für die Rödermärker integrierte Oswald-von-Nell-Breuning Gesamtschule soll das neue Schuljahr 9-zügig beginnen statt – wie im Schulentwicklungsplan vorgesehen – 8-zügig. Dafür müssen 4 Container-Klassenräume neu geschaffen werden. Um noch Zuzüge und Repetenten berücksichtigen zu können, wird die Aufnahmekapazität auf maximal 240 Schülerinnen und Schüler beschränkt. Abgewiesene Schülerinnen und Schüler werden an die Heinrich-Böll-Schule im Rodgau und andere örtliche Schulen verwiesen.

Für die Hermann-Hesse-Schule in Obertshausen, die als einzige Schule im östlichen Kreisgebiet wieder zu G9 zurückgekehrt ist, werden zum neuen Schuljahr 3 Container-Klassenräume aufgestellt: 5 Klassen sollen dort für den Gymnasialzweig gebildet werden – vorgesehen waren im Schulentwicklungsplan 3.

Die Weibelfeldschule in Dreieich wird das neue Schuljahr 7-zügig beginnen und will in diesen Klassen schon über die festgelegte Höchstgrenze hinausgehen, um weniger Schülerinnen und Schüler abweisen zu müssen. Alle Anmeldungen aus Dreieich und Rödermark werden berücksichtigt, Schülerinnen und Schüler aus Egelsbach, Langen und Neu-Isenburg – mit Ausnahme der Anmeldungen für die Bläserklasse – werden auf freie Kapazitäten an anderen Schulen verwiesen.

Mit Landesschülervertretung und Landeselternbeirat wissen sich die Grünen einig in der Einschätzung, dass die verkürzte Schulzeit zum Abitur in Hessen extrem schlecht vorbereitet und eingeführt wurde. „Und bis heute hat Kultusministerin Henzler (FDP) es nicht geschafft, ihre Wahlversprechen für die Änderungen am G8 auf den Weg zu bringen“, so Andrea Wacker-Hempel.

„Wir wollen eine echte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 im Kreis Offenbach“, betont Andrea Wacker-Hempel, „Die uns nun vorliegenden Daten und die Schätzungen für die kommenden Jahre geben Anlass zu einer Überarbeitung des Schulentwicklungsplanes des Kreises, damit dieses Ziel gewährleistet werden kann.“

Die Grünen verweisen auch auf die Unterschriftenaktion des Landeselternbeirates und der Landesschülervertretung: G8 – so nicht!, die noch bis zum 1.6.2010 läuft. Näheres dazu unter www.lsv-Hessen.de oder www.leb-Hessen.de.


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