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25.08.2010 | Rubrik: Presse | Thema: Energie

Erneuerbare Energien:
Der Kreis ist das Schlusslicht vom Schlusslicht

Grüne fordern gezielte Strategien zum Ausbau Erneuerbarer Energien im Kreis Offenbach

Robert Müller
Robert Müller
Foto: Katrin Schander
Die Energiekarte Deutschlands (www.energymap.info/energieregionen.html) zeigt auf, wie hoch der gemeldete Bestand in Deutschland an erneuerbaren Energien derzeit ist.

„Wenige Klicks machen es unverkennbar: Der Kreis ist das Schlusslicht des Schlusslichts Hessen“, so Robert Müller, energiepolitischer Sprecher der grünen Kreistagsfraktion, „Dieser Zustand sollte schleunigst Vergangenheit werden.“

Auf diesem Hintergrund hat die grüne Kreistagsfraktion einen Antrag für die Kreistagssitzung am 15. September 2010 ins Verfahren gebracht, der gezielte Strategien für den Ausbau von Solarenergie auch im Kreis Offenbach fordert. Kernelement der Strategie soll eine web-basierte Dachbörse sein. Von großem Interesse für Investoren sind insbesondere große Dachflächen von Hallen und Gewerbebetrieben.
„Eine Dachbörse ist eine optimale Paarung von nachhaltiger Wirtschaftsförderung und Klimaschutz“, führt Robert Müller aus, „Und selbstverständlich muss eine solche Dachbörse über die Grenzen der einzelnen Kommune hinausgehen.“

Grundlage für eine solche Dachbörse sollen die Laserscannerdaten sein, die auch in Hessen durch Befliegung im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation erfasst worden sind und inzwischen zur Verfügung stehen. Ein Solarpotential-Dachkataster gibt Auskunft über das Energiepotenzial, abhängig von Neigung, Ausrichtung und Verschattung. Darauf aufbauend kann ein Modultyp empfohlen und die Wirtschaftlichkeit einer Anlage berechnet werden.
„Optimale Ergänzung einer Dachbörse wäre daher eine gezielte Beratung“, unterstreicht Robert Müller, „Und das ist vom Kreis anzuschieben.“
Nach Wiesbaden nutzen inzwischen auch Darmstadt und Offenbach die Daten.

Die Energiekarte Deutschlands zeigt auf, dass der Landkreis Offenbach (Stand 12.7.2010) 1% erneuerbare Energie erreicht und damit das Schlusslicht der hessischen Flächenkreise ist: Bei einem Stromverbrauch von 2.532.041 MWh / Jahr für 337.959 Bürgerinnen und Bürger werden von 1.165 Anlagen 9.394 MWh/ Jahr an Solarstrom erzeugt. Weiterhin werden in 7 Biomasseanlagen 3.137 MWh/Jahr und in 4 Klärgasanlagen 6101 MWh/ Jahr erzeugt.
Mit gerade mal 2% ist Dreieich „Spitzenreiter“ unter den Kommunen des Landkreises.
„Auch unsere Region zählt zu den für solare Energiegewinnung besonders geeigneten Regionen“, betont Robert Müller und hofft auf eine politische Mehrheit für den Anfang vom Ende des Roten-Laterne-Platzes.

In Deutschland insgesamt wird derzeit ein Anteil von 12% an erneuerbaren Energien erreicht; unter den Bundesländern belegen Sachsen-Anhalt und Brandenburg die Spitzenplätze. Hessen ist mit 4% unter den Flächenländern mit 442 Windanlagen und 44.743 Solaranlagen das Schlusslicht. Innerhalb Hessens bilden der Kreis Bergstraße, der Odenwaldkreis und der Main-Kinzig-Kreis mit jeweils 4% die Spitze.


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