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12.10.2005 | Rubrik: Diverses

August-Bebel-Schule (ABS), Außenstelle Steinheim

Rede zum Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen (Drucksache 1839/05) zur Kreistagssitzung am 12.10.2005

Vorwort
Der Kreistag beschloss am 7.9. mehrheitlich, das „Haus des lebenslangen Lernens“ (HLL) zu realisieren. Zur Finanzierung des Vorhabens ist die Dependance der ABS in Steinheim aufzulösen. Auf dieser Geschäftsgrundlage basiert unser Antrag, dem zwei Änderungsanträge folgten.

Ist
Inhalt unserer Antragsinitiative ist es, vor der Schulschließung erstens Ergebnis des Fraunhofer-Gutachtens abzuwarten und zweitens Schulstrukturen nur ausbildungsverträglich zu verändern. Was mit den gegenwärtig dort ausgebildeteten Schülern passieren soll, ist offen. Die Situation:

  1. ca. 420 Schülerinnen und Schüler werden in Steinheim unterrichtet,
  2. Investitionen (2003): 125.000 € in Raumausstattung und Computeranlagen. Zusätzlich wurde die Heizungsanlage erneuert,
  3. ohne neue Räumlichkeiten am Hautpsitz der ABS in OF ist keine Umlenkung der Schülerströme möglich.

Soll
Strukturveränderungen werden von uns nicht prinzipiell abgelehnt. Entscheidend sind Konzeption und Verfahrensschritte. Eingehen möchte ich auf drei wesentliche Aspekte der komplexen Materie.

  1. Zeithorizont,
  2. Ablauf/Verfahrensweise,
  3. die Zukunft des Ausbildungsstandortes.

Zu 1) Behaupet wird, der Verkauf stehe erst 2008 an. Tatsache ist: Erstens: Der Kreis ist wg. seiner z.T. selbst verschuldeten Finanzkrise nicht in der günstigen Verhandlungsposition, frei über den Zeitpunkt des Grundstückverkaufs in Steinheim zu entscheiden. Zweitens: Einschulungen erfolgen jährlich, d.h. sequentiell. Schüler werden nicht abrupt entlassen. Unklar ist, wohin die Schüler der Einschulungsjahrgänge 2006 und 2007 hingehen sollen. Die MES kann und will sie nicht, der ABS fehlen Raumkapazitäten. Nur an der Siemens-Schule in Ffm und – für die Schüler des beruflichen Gymnasiums – in Hanau. Das bedeutet drittens, dass der Ostkreis ausgetrocknet wird, Schüler und Ausbildungsbetriebe verunsichert werden. Heute gibt es im Kreis schon 1.443 Arbeitslose unter 25 Jahren.

Zu 2) Das beim Frauenhofer-Institut in Auftrag gegebene 50.000 € teuere Gutachten steht aus. Fakten werden auf dreifache Weise durch Landrat Walter und der großen Koalition geschaffen:

  1. durch die Vorgaben der KT-Entscheidung zum HLL am 7.9.2005 selbst,
  2. durch die Mißachtung der etablierten Strukturen wie der Schulleiterdienstversammlung oder der Schulprofilentwicklung an den Schulen (durch Parallel-Gremien wie dem Beirat der HLL).
  3. Fakten werden außerdem durch die allgemeine Konzeptionslosigkeit von Kreis und Land in der Frage der Zukunft der Berufsausbildung.

Zu 3) Tatsache ist: Mediengestalter und Drucker haben im Kreis offensichtlich keine Zukunft mehr. An der MES will man sie nicht, an der Rumpf-ABS kann man sie nicht unterrichten und in FFM und Hanau könnte wartet man schon auf sie. Steinheim wird zum Steinbruch.

Wie: sollte es anders gemacht werden gegen die Negativspirale?
Erstens sollte eine andere Informations- und Kommunikationspolitik gemacht werden. Es kann nicht sein, dass die Beratungs- und Entscheidungsstrukturen übergangen und Schulgemeinden nur über die Presse informiert werden.
Zweitens müssen alle Berufsschulen im Kreis eine Entwicklungsperspektive haben. Der Ausbildungsstandort darf nicht geschwächt und verunsichert werden.
Drittens darf es keine Austrocknung des Ostkreises geben. Wir können nicht verstehen, warum Landrat Walter so schlecht beraten ist.

WAS tun? Und jetzt zum Antragsverfahren. Unsere Antragsinitiative, keine Veräußerung der Außenstelle Steinheim vorzunehmen, solange die Berufsschüler die Ausbildung ohne Einschränkung abschließen können, ist für CDU und SPD offensichtlich so brisant, dass es ohne Änderungsantrag nicht geht. Es fehlt indes die klare Absage zum Verkauf von Steinheim bevor ein Konzept vorliegt.
Wir fürchten somit, dass die Auflösung der ABS-Steinheim vorrangig und das Konzept nachrangig verfolgt wird. Wir lehnen daher den Koa-ÄA ab und appellieren an Sie, der Schulgemeinde ein deutliches Zeichen zum Fortbestand der Schule zu übermitteln und unserem Antrag zuzustimmen.

Es gilt das gesprochene Wort.
Klaus-Uwe Gerhardt

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