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03.03.2011 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales | Stichwort: Betreuung, Kinder

Kinderbetreuung:
Es hakt an allen Ecken und Enden

Grüne warnen vor dem Kollaps in der Kinderbetreuung

Andrea Wacker-Hempel
Andrea Wacker-Hempel
Foto: Uta Mosler
Immense Probleme mit deutlich steigender Tendenz sieht die Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen bei der Kinderbetreuung im Kreisgebiet.

„Es hakt an allen Ecken und Enden und wenn nicht endlich alle politischen Ebenen ihre Hausaufgaben machen, droht der Kollaps“, warnt Andrea Wacker-Hempel, familienpolitische Sprecherin der Fraktion, „Ein Ausgang aus dem Teufelskreis ist derzeit nicht in Sicht: Es mangelt an Plätzen, es mangelt an qualifiziertem Personal und es mangelt an Lehrkräften an den Fachschulen für das Personal! Und natürlich mangelt es an Geld!“

„Die Kommunen müssen verantwortlich planen und der Kreis muss steuern, aber allein kann die kommunale Ebenen die Probleme nicht lösen“, unterstreicht Andrea Wacker-Hempel, „Die Landesebene ist gefordert, den Kommunen keine weiteren Steine zwischen die Füße zu werfen und stattdessen initiativ und monetär Unterstützung zu leisten!“

Insbesondere geht es auch darum, dem steigenden Fachkräftemangel vorzubeugen.
Gerade jüngst wurde von Langen publik, was an vielen Orten droht: Einrichtungen können nicht voll genutzt werden, weil das Personal fehlt.
„Der Markt ist leergefegt“, so Andrea Wacker-Hempel, die z.B. für die Schulsozialarbeit oder die Grundschulbetreuung das gleiche Problem konstatiert, „Freilich wäre eine bessere Bezahlung und optimierte Arbeitsbedingungen eine wichtige Voraussetzung für die Attraktivitätssteigerung dieser Berufsfelder – das ist für die Kommunen derzeit aber kaum zu schultern!“
Trotzdem dürfen sich die Kommunen nicht zurücklehnen, sondern müssen mit dafür Sorge tragen, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Das ist schon allein deswegen notwendig, um das vorhandene Personal nicht noch durch Krankheit oder Kündigung zu verlieren!“

Bis zum Jahr 2016 geht man für den Kreis Offenbach von einem Fachkräftebedarf zwischen 500 und 800 Stellen aus. „Das macht deutlich, dass sich die Ausbildungsrate steigern muss! Dafür fehlen aber wiederum Lehrkräfte“, erläutert Andrea Wacker-Hempel und fordert: „Der Kreis muss eine entsprechende Planung in seinen Schulentwicklungsplan aufnehmen und das Land muss sich sputen und Lehrpersonal bereitstellen.“

Zuzüglich zu den Kita-Plätzen für die 3-6jährigen gilt die Vorgabe, bis zum Jahr 2013 die Betreuungsquote für Unter-Dreijährige auf mindestens 35% zu steigern: für den Kreis Offenbach bedeutet das insgesamt ca. 3000 Plätze. Ernüchternd ist der aktuelle Stand:
Inklusive der in 2010 angestrebten Maßnahmen sollte im Kreis die Versorgungsquote für Unter-Dreijährige nunmehr auf 23% gestiegen sein; zum Stichtag im März 2010 betrug sie durchschnittlich 18%. Die Schlusslichter sind Mainhausen mit einer Versorgungsquote von 7,59% (ohne Tagespflege / inkl. Tagespflege 19,38%) Heusenstamm mit 8,76% (ohne Tagespflege / mit Tagespflege 14,94%) Dietzenbach mit einer Versorgungsquote von 9% (ohne Tagespflege / inkl. Tagespflege 13,19%) und Dreieich mit einer Versorgungsquote von 9,34% (ohne Tagespflege / inkl. Tagespflege 13,18%). (vgl. dazu Bericht zur Situation der Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen für Kinder, Tagespflege und Schulkindbetreuung an den Grundschulen im Kreis Offenbach 2010, Kreis Offenbach / Stand: Mai 2010)

Der Versorgungsgrad der Betreuung in den Grundschulen des Kreisgebietes liegt bei 45,49%. Gut 50% dieser Kinder können an einem Mittagessen teilnehmen. Abweichend von Durchschnitt liegt die Teilnahme in Dietzenbach: nur 25,42% der betreuten Kinder nehmen an einem gemeinsamen Mittagessen teil. (vgl. ebd. S. 48,49)

„Die Weiterentwicklung zu Ganztagsschulen muss vorrangiges Ziel sein. Damit müßte die kommunale Ebene auch endlich nicht mehr für das Land finanziell in die Bresche springen“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, „Bildung von Anfang an einerseits und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist kein Thema für wohlfeile Sonntagsreden!“


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