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13.01.2012 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales | Stichwort: Betreuung, Fachpersonal, Kinder

Eklatanter Notstand ist absehbar

Grüne fordern zeitnahe Konsequenzen gegen den Fachpersonalmangel bei der Kinderbetreuung

Andrea Wacker-Hempel
Andrea Wacker-Hempel
Foto: Uta Mosler
Eine aktuelle Studie des Deutschen Jugendinstituts und der Uni Dortmund unterstreicht es überdeutlich: Im Landkreis Offenbach wird es in den nächsten Jahren einen eklatanten Fachpersonalmangel bei der Kinderbetreuung geben.
„Schon jetzt finden Kommunen und Träger kaum das Personal, das sie brauchen“, erläutert Andrea Wacker-Hempel, familienpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, zur Ist-Situation, „Eine verlässliche Kinderbetreuung wird über kurz oder lang in immer mehr Kommunen zur Schimäre werden, wenn das Problem des Fachkräftemangels nicht endlich zum Top-Thema erhoben wird, zu dessen Behebung alle politischen Ebenen ihren Beitrag leisten müssen.“

Einen zusätzlichen Personalbedarf bei konstanten Betreuungsleistungen von 379 Stellen für die Jahre 2013/2014, 404 Stellen für 2015/2016, 373 für 2017/2018 und 368 für 2020/21 stellt die Studie für den Kreis Offenbach dar. Wenn man von einem steigenden Bedarf bei der U3-Betreuung ausgeht, errechnet die Studie gar einen Fehlbedarf von 379 für 2013/14 und 523 in den Jahren 2020/2021. Dazu kommt ein Bedarf zwischen 1420 und 1260 in der gleichen Zeitspanne im benachbarten Frankfurt.

„Das kann der laut Studie in Offenbach leicht sinkende Bedarf bei Weitem nicht ausgleichen und die sinkenden Bedarfe in Mittelhessen werden hier im Kreis Offenbach wenig nutzen“, so Andrea Wacker-Hempel weiter dazu.

Handlungsdruck sehen die Grünen deshalb in verschiedener Hinsicht:
„Schritt für Schritt müssen wir für das Fachpersonal zu einer angemessenen Entlohnung kommen“, unterstreicht Andrea Wacker-Hempel.
Darüber hinaus gilt es, die Kommunen von der Hortbetreuung durch den Ausbau von schulischen Ganztagsangeboten zu entlasten und verlässlich finanziell zu unterstützen. Wünschenswert wäre auch ein steigendes Engagement von ansässigen Firmen für die Betreuung der Kinder ihres Personals.
Im Kreis wollen sich die Grünen für den Ausbau der Ausbildungskapazitäten einsetzen. „Denkbar wäre eine gemeinsame Planung des Kreises mit Frankfurt“, so Andrea Wacker-Hempel, „Eine solche Planung kann aber nur mit vom Land finanzierten Lehrerstellen gelingen.“ Darüber hinaus halten die Grünen eine Reformierung der Ausbildung für überfällig: „Seit Jahren gibt es da keine erkennbaren Fortschritte in Hessen.“

Bereits 2010 hatte sich im Kreis Offenbach ein runder Tisch mit dem Fachkräftemangel beschäftigt. Der Abschlussbericht dazu zeigt, was viele Eltern schon wissen: zu wenige Plätze, zu wenig Fachpersonal und keine Verbesserung in Sicht. „Problem erkannt, Lösungswege erkannt, aber mangelnde finanzielle Ressourcen und ein weit verbreiteter Mangel an dem Vorsatz, hier wirklich Abhilfe zu schaffen“, fasst Andrea Wacker-Hempel zusammen.

Der Kreis Offenbach liegt bei den Betreuungszahlen derzeit unter den Quoten anderer Kreise, ebenso beim Betreuungsumfang. Allerdings werden mehr Kinder als andernorts über 7 Stunden täglich betreut.
Von dem Ziel, für 35% der unter 3jährigen Kinder bis 2013 einen Betreuungsplatz zur Verfügung stellen zu können, sind einige Kommunen im Kreisgebiet noch weit entfernt. Dem Ziel am nächstes sind lt. der Daten aus 2011 Langen, Neu-Isenburg und Rodgau.

„Kinderbetreuungsplätze gehören zu den harten unter den weichen Standortfaktoren: Für jede junge Familie wird das bei der Wohnortwahl ein entscheidendes Kriterium sein“, so Andrea Wacker-Hempel abschließend, „Deswegen müssen wir dafür Sorge tragen, dass die Betreuung auch gewährleistet werden kann: Mit angemessenem Standard, guter Qualität und ausreichendem Fachpersonal.“


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