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01.03.2012 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur | Stichwort: Arzneimittelrückstände, Umwelt, Wasser

Tickende Zeitbombe Medikamentencocktail

Grüne informieren sich über Modellprojekt des Abwasserverbandes Langen/Egelsbach/Erzhausen zur Entfernung von Arzneimittelrückständen

Karin Wagner
Karin Wagner
Foto: Uta Mosler
Über das Modellprojekt zur Entfernung von Arzneimittelrückständen aus Abwässern informierte sich die Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen am 28.2.2012 auf der Kläranlage des Abwasserverbandes Langen, Egelsbach, Erzhausen.

„Ohne den Einsatz entsprechender Filterverfahren werden die steigenden Rückstände von Medikamenten, die auch in hessischen Grund- und Fließgewässern zu finden sind, zur tickenden Zeitbombe für uns alle“, warnt Karin Wagner, Mitglied im Umweltausschusses des Kreistages und naturschutzpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, „Deswegen ist das Forschungsprojekt in Langen von immenser Bedeutung: damit soll die praktische Umsetzung und die Anwendbarkeit dieser modernen Verfahren in Kläranlagen geprüft werden.“

20.000 Tonnen Arzneimittelrückstände landen jährlich bundesweit im Abwasser. Verschiedene Studien belegen u.a. die Verweiblichung von Fröschen, Schnecken und Fischen. Eine neue Studie weist auf erhöhte Raten bei Prostatakrebs aufgrund von Hormonrückständen im Wasser hin. Der Einsatz von speziellen Membran-Filtern könnte die Weiterleitung dieser Wirkstoffe in die Flüsse und das Grundwasser einschränken.

Geschäftsführer Werner Hötzel erläuterte das Projekt, das in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Darmstadt durchgeführt wird und für das im Herbst diesen Jahres abschließende Ergebnisse vorgelegt werden sollen: „Ca. 60 – 70% der Rückstände können mit der Membrantechnik und Aktivkohle beseitigt werden. Der Einbau der Technik würde in etwa zu Gebührensteigerungen von 10 – 15% führen.“

Das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie schreibt in seinem „Arzneimittelbericht Südhessen“ (Untersuchungsraum 1996 bis 2000), dass schon vor 12 Jahren von 55 analysierten Pharmawirkstoffen 36 in kommunalen Kläranlagen nachgewiesen werden konnten.

„Bisher hat dieses Thema mit den damit verbundenen Risiken – auch als eine Folge des demografischen Wandels – viel zu wenig Aufmerksamkeit erfahren“, fasst Karin Wagner abschließend zusammen, „Es muss in absehbarer Zeit gelingen, diese speziellen Filter in kommunalen Kläranlagen zu implantieren. Dafür wollen wir werben. Ziel muss es sein, diese Technik in Kläranlagen zum Standard zu machen.“


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