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11.07.2012 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur | Stichwort: Kiesabbau, Waldsee

Vorhaben Sand- und Kiesabbau Langener Waldsee:
Bannwald contra 300 Mio €

Grüne: Vorhaben ist nicht verantwortbar

Karin Wagner
Karin Wagner
Foto: Uta Mosler
Mitglieder der grünen Kreistagsfraktion und Mitglieder aus den grünen Ortsverbänden im Kreisgebiet haben sich am Montag, d. 9.7.2012 vor Ort über die Auswirkungen des Vorhabens „Südosterweiterung des Quarzsand- und Kiestagebaues Langener Waldsee“ informiert: 82,7ha Bannwald sollen hier für den Abbau von 30 Mio t Quarzsand durch die Fa. Sehring fallen. Gesprächspartner waren Forstamtsleiter Christian Münch und Revierförster Stefan Neubrandt für die forstlichen Belange sowie Klaus Göbel, Vorstandsmitglied der Langener Grünen, der mit der Materie bestens vertraut ist.

„300 Mio € für eine Firma contra Bannwalderhaltung für die Allgemeinheit – um diese Alternativen dreht es sich letztlich“, fasst Karin Wagner, naturschutzpolitische Sprecherin der Kreistagsfraktion, als Fazit zusammen, „Dazu kommt, dass man mit dem Vorhaben für eine begrenzte Menge Kies einen unschätzbaren Gegenwert von Wald als nachwachsenden Rohstoff, als Naherholungsgebiet und als grüne Lunge für die Region verlieren würde.“

Die Ausweisung von Bannwald war die Antwort auf den Bau der Startbahn West und das Versprechen, den Wald der Region künftig zu schonen. Inzwischen wurde die Bannwaldverordnung bereits für den Bau der neuen Landebahn ausgehebelt: ihr fielen große Teile des Kelsterbacher Waldes zum Opfer. Die Aufhebung des Bannwaldes bei Langen für die Firma Sehring wäre der zweite Fall seit Inkrafttreten der Bannwaldverordnung 1996.
„Die knapp 83 ha Bannwald sind neben dem Biotop- und Artenschutz sowie dem Boden- und Immissionsschutz von eminenter Bedeutung für den Wasserschutz, die Luftreinhaltung und natürlich – in unserer dicht besiedelten Region – auch für die Erholung“, unterstreicht Karin Wagner, „Um dem Grundwasserschutz annähernd gerecht zu werden, müsste nach dem geplanten Abbau die Grube mit unbelastetem Material gefüllt werden, dass es in den notwendigen Mengen auf dem Markt überhaupt nicht gibt! Außerdem haben diese Verfüllungen Auswirkungen auf die Grundwasserströme, die dadurch verändert würden.“

Schon jetzt sieht man in der renaturierten Ostgrube, dass eine Wiederaufforstung nur mangelhaft gelingt und die ursprüngliche Eignung als Wasserfilter und Wasserspeicher verlorengeht. Aufgrund von Nährstoffmangel und Bodenverdichtung wachsen die Pflanzungen nur unzureichend. Durch das Auskiesen werden die nährstoffreichen oberen Bodenschichten und die tief liegenden Schichten zerstört und können durch Auffüllung nicht wieder hergestellt werden.
Ebenso kritisch sind die Wiederaufforstungen weitab der Region zu sehen, die aufgrund von Flächenmangel in der Umgebung geplant werden: „Wir hier verlieren die Schutzfunktionen und in anderen Regionen verliert die Landwirtschaft nach und nach immer weitere Flächen“, führt dazu Karin Wagner aus, „Im Sinne von Nachhaltigkeit ist das schlicht Frevel.“

Und letztlich muss man sich verdeutlichen: für den Kiesabbau und eine Wiederverfüllung in dem angestrebten Ausmaß müssen – bei angenommenen 8 Stunden Betriebszeit – 36 Jahre lang volle LKWs im 2-3 Minuten-Takt fahren.

„Die immensen negativen Folgen für die Region und die Menschen können durch die Steuereinnahmen in Folge des Ausbaus der Firma Sehring auch nicht annähernd ausgeglichen werden. Wir hoffen, dass es gelingen wird, das Vorhaben zu verhindern“, so Karin Wagner abschließend.


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