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17.01.2013 | Rubrik: Presse | Thema: Soziales | Stichwort: Glücksspielsucht, Spielhallengesetz

Focus auf den Zockermarkt

Grüne wollen Kontrolle des Spielhallengesetzes im Kreis überprüft sehen

Für die Kreistagssitzung am 6. Februar 2013 hat die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen einen Antrag vorgelegt, der Antworten zu der Umsetzung und Überwachung des im Sommer 2012 verabschiedeten hessischen Spielhallengesetzes sowie über die Aktivitäten dazu in den einzelnen Kommunen einfordert. Fachleute hatten in jüngster Zeit Alarm geschlagen und kritisiert, dass das Spielhallengesetz völlig unzureichend überwacht wird.
„Ohne Kontrolle ist das sowieso weichgespülte hessische Gesetz vollkommen wirkungslos“, appelliert Fraktionsmitglied Benjamin Schwarz und unterstützt die Forderung von Fachleuten nach einer Prüfgebühr für Spielhallenbetreiber zur finanziellen Unterstützung der für die Kontrolle zuständigen Kommunen, „Autos müssen durch den TÜV und der Inhaber zahlt für diese Kontrolle – warum sollten Spielhallenbetreiber für ihren „TÜV“ nicht zahlen müssen?“

Gesetzlich muss seitens der Betreiber seit vergangenem Sommer z.B. ein Sperrsystem für gefährdete Personen betrieben werden, Eingänge müssen überwacht werden und Broschüren für Hilfen offen in den Betrieben ausliegen. Auch baulich gelten neue Vorgaben.

Dass Kontrolle überfällig ist, zeigen besorgniserregende Zahlen*:
Allein in Hessen werden pro Monat 18.489.491,72 Euro verspielt. Die Glücksspielsucht ist die volkswirtschaftlich teuerste aller Suchterkrankungen: Der direkte und indirekte volkswirtschaftliche Schaden durch Glücksspiel wird von Fachleuten für Deutschland mit 40.000 Mrd. Euro beziffert und damit fast doppelt so hoch wie die Folgekosten von Alkoholkonsum.
Nach wissenschaftlicher Erkenntnis weist das gewerbliche Glücksspiel das höchste Suchtrisiko auf und ist in Deutschland gleichzeitig bis heute am wenigsten reguliert.
Die Zahl der Spielsüchtigen in Hessen wird von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen auf zwischen 8000 und 22.000 Personen geschätzt.
Auch das Landeskriminalamt meldet – nicht zuletzt aufgrund der steigenden Zahl von Spielhallen – eine deutliche Zunahme von Straftaten im Umfeld von Spielhallen.

Zu befürchten ist, dass der Spielbetrieb weiter rasant wächst: Die Hessische Landesstelle für Suchtfragen rechnet mit einem Boom, wenn demnächst die Lizenzen für den milliardenschweren Sportwettenmarkt vergeben werden. Gerade für den Sportwettenmarkt halten Fachleute das Suchtpotential für hoch, weil viele das Gefühl haben, ihr Wissen könne den Gewinn beeinflussen.

„Der milliardenschwere Zockermarkt muss reguliert und kontrolliert werden“, so Benjamin Schwarz abschließend, „Jede politische Ebene ist gefragt und muss ihren Beitrag leisten, um Glücksspiel unattraktiver zu machen. Vor Ort muss – auch im Sinne des Jugendschutzes – kontrolliert werden. Und wenn es dabei Probleme gibt – z.B. aufgrund fehlenden Personals – muss man sie lösen. Und zwar dringend!“

* Quelle für Daten und Fakten:
Am 11.10.2012 fand im Kreishaus Dietzenbach eine Fachveranstaltung des Suchthilfezentrums Wildhof statt:
„Glücksspielsucht – Glücksspielrecht / Das Spiel mit dem Glück: Geldspielautomaten“
Alle Vorträge dieser Veranstaltung sind zu finden unter www.shz-wildhof.de


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