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02.07.2015 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur | Stichwort: Glyphosat, Wasser

ZWO / Glyphosat:
Entschädigung für Landwirte wird an den Verzicht von Glyphosat gebunden

Hans-Peter Bicherl
Hans-Peter Bicherl
Foto: Uta Mosler
Einen wegweisenden Beschluss hat die Verbandsversammlung des ZWO (Zweckverband Wasserversorgung Stadt und Kreis Offenbach) hinsichtlich der Vermeidung des umstrittenen Unkrautvernichters Glyphosat gefasst: für die Landwirte im Kreisgebiet, die Mitglieder der Nitrat-AG sind, wird eine finanzielle Entschädigung zukünftig an den Verzicht auf Glyphosat gebunden. Beantragt hatten das die grünen Vertreter in diesem Gremium.

„Glyphosat gilt nach einer Studie der Weltgesundheitsagentur (WHO) als ein wahrscheinlich krebserregender Wirkstoff. Und jüngst wies eine Untersuchung diesen Unkrautvernichter in der Muttermilch nach“, unterstreicht dazu Hans-Peter Bicherl, Vertreter der Kreisgrünen im ZWO und Initiator des Antrags, „Deswegen ist es dringend geboten, alle Möglichkeiten zu ergreifen, unser Trinkwasser vor diesem Giftstoff zu bewahren.“ Da unser Trinkwasser durch Mischung verschiedener Rohwasser aufbereitet wird, sollte bereits das Risiko einer möglichen Grundwasserbelastung ausgeschlossen werden.

Schon vor vielen Jahren wurde beim ZWO die Nitrat-AG implementiert, in der Fachleute zusammen mit Landwirten an der Vermeidung von Nitrat-Einträgen in den Boden arbeiten. Landwirte bekommen für die Vermeidung von Nitrat finanzielle Entschädigungen. Der Nachweis von Stoffen im Grundwasser ist oft erst Jahrzehnte nach dem Eintrag zu führen: etwa einen Meter pro Jahr senken sich die Stoffe – Grundwasser wird in etwa 80 Meter Tiefe gefördert.

„Wir begrüßen es, dass auch das hessische Landwirtschaftsministerium die Verwendung von Glyphosat im öffentlichen Raum einschränken will“, so Hans-Peter Bicherl weiter zu einer aktuellen Initiative der zuständigen Ministerin Priska Hinz, „Die Sicherung optimaler Trinkwasserqualität muss immer oberste Priorität haben. Und wenn die Hinweise auf mögliche Gesundheitsgefährdungen sich verdichten, muss man handeln.“

Als ein zunehmendes Problem beschreiben die Grünen auch die Verunreinigung des Trinkwassers mit Arzneimittelrückständen. „Nur im Wasserwerk Langen-Egelsbach wird dieses Problem bisher angegangen. Es ist dringend geboten, flächendeckend und zeitnah Lösungsansätze zu entwickeln“, so Hans-Peter Bicherl abschließend.


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