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08.09.2017 | Rubrik: Presse | Thema: Umwelt / Natur | Stichwort: Kiesabbau, Langen, Sehring, Waldsee

Betonkoalition CDU/SPD vergibt Freibrief für Auskiesung

Grüne kritisieren Kehrtwende in der Regionalversammlung

Reimund Butz
Reimund Butz
Foto: Uta Mosler
Mit einem Antrag für die Kreistagssitzung am 13. September 2017 wendet sich die grüne Fraktion im Kreistag Offenbach gegen das Vorhaben der Koalition aus CDU und SPD in der Regionalversammlung Südhessen, das den Raubbau voranbringen soll.
„SPD und CDU setzten ein falsches umweltpolitisches Signal und wollen weitere Waldvernichtung am Langener Waldsee ermöglichen“ unterstreicht Fraktionsvorsitzender Reimund Butz.

Das „Planungsparlament“ der Rhein-Main Region – die Regionalversammlung Südhessen – soll nach dem Willen der dortigen Koalition aus CDU und SPD seine bisherige Haltung gegen weiteren Waldverlust zu Gunsten der Auskiesungsvorhaben durch die Fa. Sehring aufgeben und den Weg zu großflächigen Umgestaltungen freigeben.

„Mit dieser Kehrtwende in der Politik gegen den ungehemmten Raubbau an den ökologischen Grundlagen eines der wichtigsten Klima- und Trinkwasserschutzgebiete mitten im Ballungsraum machen SPD und CDU erneut deutlich, dass ihre Sonntagsreden zum Klimaschutz nichts wert sind“, so Reimund Butz weiter dazu, „Es ist seit Jahren offensichtlich, dass die Renaturierungsmassnahmen am Langener Waldsee nicht voran kommen, jetzt möchte eine Betonkoalition von CDU und SPD der Firma Sehring einen Freibrief für weitere Auskiesungsflächen verschaffen – noch bevor im neu zu erstellenden Landesentwicklungsplan das Grundrecht der Bevölkerung auf saubere Luft und trinkbares Wasser sichergestellt werden kann.“
Damit hier nicht das Interesse eines Privatunternehmens und seine inzwischen mehr als deutlich erwiesene Fehleinschätzung der Wiederaufforstung großer Waldgebiete über den existenziell wichtigen Erhalt der natürlichen Lebensgrundlage der Bevölkerung gestellt wird, fordern B90/Die Grünen die Vertreterinnen aller Fraktionen, die vom Kreistag in die Regionalversammlung gewählt wurden, auf, gegen eine Änderung der planungsrechtlichen Grundlagen zu stimmen, die weiteren Waldverlust zur Folge hat.

„Weltweit können wir inzwischen täglich die Folgen des Klimawandels beobachten. Auch die Veränderungen der regionalen Lebensgrundlagen tragen dazu bei und beeinflussen die Gesundheit im Rhein-Main Gebiet unmittelbar. Wer heute noch meint, dass die Rodung großer Waldflächen im Privatinteresse gestattet werden darf und dafür sogar Bannwald – also Wald mit dem höchsten Schutzstatus – zur Verfügung stellt, handelt absolut kurzsichtig und im Hinblick auf die kommenden Generationen unverantwortlich“, unterstreicht Reimund Butz, „Noch können die Abgeordneten in der Regionalversammlung Südhessen ein politisches Zeichen setzen und in ihrer Sitzung am 22.09.2017 deutlich machen, dass ihnen die Erhaltung der ökologischen Lebensgrundlagen für Millionen Bürger*innen im Rhein-Main Gebiet wichtiger sind als die ökonomischen Interessen eines einzelnen Unternehmens.“


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