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07.07.2020 | Rubrik: Presse | Thema: Verschiedenes | Stichwort: Erinnerungskultur, Nationalsozialismus, Rodgau, Rollwald

Wir sind einer wachen Erinnerungskultur verpflichtet

Grüne besuchten das Lager Rollwald

Maria Sator-Marx
Maria Sator-Marx
Foto: Uta Mosler
Über die Geschichte des Lagers Rollwald informierte sich am Montag, 6. Juli 2020 die Kreistagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen zusammen mit Gästen im Rahmen ihres Sommerprogramms. Winno Sahm, grüner Stadtrat aus Rodgau und Dozent für Regionalgeschichte, führte die Gruppe mit großer Sachkenntnis durch die Geschichte des Lagers.

Die Nationalsozialisten begannen mit dem Bau des Lagers im August 1938 und weiteten es bis zur Befreiung durch die Amerikaner am 26.3.1945 auf 15 Holzbaracken für jeweils 100 Häftlinge aus. Dazu gehörten Wachbaracken und Arresthäuser. Insgesamt wurden über den Zeitraum seiner Existenz etwa 15.000 Menschen im Lager Rollwald ihrer Freiheit beraubt.

Die Sträflinge waren Menschen aus Polen, Frankreich, Belgien, Tschechien, den Niederlanden und anderen europäischen Ländern, deren Vergehen u.a. auch darin bestanden, dass sie homosexuell waren oder religiösen Gemeinschaften angehörten, die dem nationalsozialistischen Terrorregime nicht genehm waren. Die Häftlingsarbeit bestand maßgeblich in der Begradigung der Rodau, aber auch in dem Anlegen eines Grabens für Frankfurter Abwasser, mit dem Felder bewässert werden sollten. Dieses Projekt wurde aber nie Wirklichkeit.

Ursprünglich geplant war in dem ehemaligen Waldareal eines der so genannten Neubauerndörfer, die nach dem Plan der Nationalsozialisten die Ernährung sicherstellen sollten. Gebaut wurden aber tatsächlich im Rollwald nur zwei Höfe.

Erhalten ist von der Anlage nur noch eine der ehemaligen Wachbaracken – heute ein griechisches Restaurant. Und der Erinnerung gewidmet ist ein Platz auf dem ehemaligen Lagerfriedhof mit einem Gedenkstein und einer Informationstafel, die 2017 angelegt wurden. Jährlich am Volkstrauertag wird dem Geschehen mit einer Veranstaltung Rechnung getragen.

„Wir sind einer wachen Erinnerungskultur für die Zukunft verpflichtet“, unterstreicht Maria Sator-Marx, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. „Es ist gut, dass der Platz in Rodgau-Rollwald uns alle daran erinnert, welche Gräuel auch in unserer unmittelbaren Umgebung während des Terrorregimes der Nationalsozialisten geschahen.“

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